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Hundeschule - STADT-MENSCH-HUND

Schulung oder Training
Kiebitzweg 28c, 22869 Schenefeld, Deutschland
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Beschreibung

Philosophie von STADT-MENSCH-HUND



Es ist mein Ziel, für jedes teilnehmende Mensch/Hund-Team den Beginn eines Weges zu mehr gegenseitigem Respekt und Verständnis, aber auch zu gemeinsamem Spaß und neuen Zielen zu entwickeln. Hundeerziehung findet nicht nur zeitlich begrenzt auf dem Hundeplatz statt, sondern ist Teil des gemeinsamen Lebens und kann so ausgeübt werden, dass der Hund möglichst artgerecht lebt, aber auch die Bedürfnisse des Menschen gewahrt bleiben. Ich möchte Sie darin unterstützen, eine neue Betrachtungsweise von Hundeerziehung und dem Zusammenleben mit Ihrem Hund zu entwickeln. Sie ermutigen, mit den Instinkten, Talenten und Fähigkeiten Ihres Hundes zu arbeiten, sie zu lenken und im erzieherischen und kommunikativen Sinne zu nutzen.



Sie lernen bei Stadt-Mensch-Hund, dass nicht die Quantität, also die Dauer der Beschäftigung mit ihrem Hund für das Wohlbefinden des Hundes ausschlaggebend ist, sondern die Sinngebung der gemeinsamen Beschäftigung. Die Qualität der Aktionen und eine respekt- und liebevolle Beziehung mit Ihnen macht ihren Hund zufrieden und ausgeglichen und somit können Sie und Ihr Tier das Zusammenleben genießen. Artgerechte Beschäftigung im Mensch/Hund-Team wird ebenso erlernt, wie konsequente und sichere Führung des Hundes durch den menschlichen Partner. Das Gefühl für Ihr eigenes Ausdrucksvermögen und den Blick für die Signale ihres Hundes möchte ich stärken und verfeinern.



Gemeinsame sinnvolle Ziele, wie Fährtenarbeit, Mantrailing, Apportieren oder Treibball machen das Training für das Mensch/Hund-Team nicht nur zu einem erfolgreichem, sondern auch interessanten, spannenden und für Mensch und Hund lohnenden Teil einer ganzheitlichen Hundeerziehung. Es gibt keine Unterordnung um der Unterordnung willen, sondern sie ist Teil einer, auch für den Hund nachvollziehbaren Trainingssequenz, die zu Gehorsam aus Einsicht und nicht auf Knopfdruck führt. Methoden, die mittels des Schreckreflexes, wie zum Beispiel beim Sprühhalsband, Wurfschellen oder Rasseldose oder durch Anwendung von direkter oder indirekter Gewalt, wie beim Teletakt-Halsband, Stachelwürger oder Erziehungsgeschirr Erfolg versprechen haben bei Stadt-Mensch-Hund nichts zu suchen.



Für jedes Mensch/Hund-Team werden die eventuell vorhandenen Probleme sowohl aus der Sicht des Halters wie auch aus der Sicht des Hundes entschlüsselt und definiert. Ein für uns Menschen problematisches Hunde-Verhalten kann aus Sicht des Hundes absolut notwendig sein, um Ressourcen wie Futter, Territorium, Sexualpartner oder Besitz gegenüber anderen zu behaupten. Dieses Verhalten kann jedoch ein scheinbar unüberwindliches Hindernis im Zusammenleben mit dem Hund darstellen. Daher ist es mir wichtig, gemeinsam mit Ihnen Lösungen und Entwicklungsansätze zu finden, die sowohl für den Menschen als auch für den Hund nachvollziehbar und tragbar sind. Ich möchte realistische Zielvorstellungen für den weiteren gemeinsamen Weg von Ihnen mit Ihrem Hund entwickeln und Ihnen die theoretischen und praktischen Möglichkeiten, diese Ziele zu erreichen, vermitteln. Die Veränderung der Betrachtungsweise des Hundes und das Verstehen des gezeigten problematischen Verhaltens ist Ziel des Trainings. Die Umsetzung der für den Hund notwendigen Veränderungen im Alltag, um dessen Bedürfnissen gerecht zu werden und damit die Grundlage für eine Modifizierung des Problem-Verhaltens zu legen, wird schrittweise erarbeitet und geplant.



Sowohl theoretisch als auch praktisch wird in den Trainings, Seminaren oder Trainingstagen das dafür notwendige Wissen vermittelt. Dies geschieht mithilfe der Hunde-Erziehungsphilosophie Natural Dogmanship® die von Jan Nijboer entwickelt wurde, und nach der bei Stadt-Mensch-Hund ausschließlich trainiert wird. Inhalte dieser Philosohpie sind unter anderem die Entwicklung gemeinsamer Ziele für Mensch und Hund, wie zum Beispiel die gemeinsame Jagd auf den mit dem täglichen Futter gefüllten Futterbeutel bei Apportier- und Hetzspielen, Fährtenarbeit oder das Treiben von Gymnastikbällen in ein Gatter. Qualitative, sinnvolle Beschäftigung ersetzt ein für den Hund nicht nachvollziehbares Spazierengehen oder z.B. Turniersport oder das Erlernen von Tricks. Im Rahmen dieser gemeinsamen Aktivität lernt der Hund durch Einsicht und Verstehen. Der Mensch ist das Vorbild für den Hund, der im Rahmen einer stabilen, empathischen und respektvollen Beziehung mit dem Mensch lebt und lernen darf. Das gemeinsame Leben ist auf das Miteinander ausgerichtet, der Hund darf so artgerecht wie möglich als Familienmitglied leben.



Natural Dogmanship® fordert Einfühlungsvermögen für die Natur, die Bedürfnisse des Hundes und setzt die Bereitschaft umzudenken voraus.



Heute hat der Hund in unserer Gesellschaft meistens nur eine soziale Aufgabe, zum Beispiel als Partner, Kindersatz, der beste Freund des Menschen, oder nur eine auf menschliche Ziele ausgerichtete Funktion als Sporthund, Begleithund oder Diensthund etc. – so etablieren sich Probleme in der Kommunikation, in dem Miteinander in unserem menschlichen, städtischen Umfeld und mit den angeborenen Instinkten.



Die Beziehung zwischen Mensch und Hund hat sich im Laufe von Jahrhunderten immer weiter von dem Ausgangspunkt entfernt, der die beiden Spezies zu Beginn der Domestikation zusammenwachsen ließ: Gemeinsame Interessen und Ziele. Der Wolf schloss sich den Menschen an, weil er unter anderem in der gemeinsamen Jagd und dem Teilen der Beute mit dem Menschen eine Lebensweise vorfand, die der seinen ähnelte. Das Miteinander von Mensch und sich domestizierendem Wolf basierte sowohl auf der sozialen als auch auf der funktionalen Bindung und war eine starke, respektvolle und freiwillige Beziehung zu beiderseitigem Nutzen. Der Hund lebte in einer eindeutigen und funktionierenden Hierarchie mit dem Menschen, seine Pflichten (Jagd, Schutz, Hüten, Treiben etc.) waren ebenso klar wie seine Rechte als Teil der Familie (soziale Nähe, Ruheplatz, Wärme, Ernährung). Die Talente und Fähigkeiten des Hundes, wie zum Beispiel außerordentliche Sinnesleistungen oder die körperliche Überlegenheit wurden von den Menschen anerkannt und geschätzt. Sie wurden als Teil des Zusammenlebens bei der gemeinsamen Arbeit mit dem Hund, wie das Hüten der Herden, das Treiben des Viehs, oder bei der Jagd, dem Auffinden erlegter Beute, dem Finden einer „heißen“ Spur, eingefordert. Die Fähigkeit, effektiv und im Team zu jagen machte den Hund zum idealen Partner des Menschen. Der Hund hatte einen „Job“ und durfte sich seinen Lebensunterhalt verdienen. Hunde waren keine Leckerchen/Almosen-Empfänger.



Von diesem Verständnis der Fähigkeiten und der ganzheitlichen Betrachtungsweise der Hunde haben wir uns im Laufe der Industrialisierung entfernt. Viele Menschen verstehen ihre Hunde nicht mehr.



Die Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Hund zeigt sich unter anderem in der Kommunikation: Gemeinsame Interessen bedingen eine gemeinsame Sprache. Der Jäger schleicht und schweigt (Körperspannung und non-verbale Kommunikation), der Hirte ist wachsam (Orientierung nach außen, Rundum-Blick), der Beschützer zeigt was er kann und beugt vor (Vorsicht gegenüber allem Fremden, Imponier-Verhalten und Komment-Kämpfe) etc. Diese, uns ursprünglich auch verständliche, non-verbale Kommunikation, dieses ganzheitliche Ausdruckverhalten, haben wir im Laufe der Geschichte reduziert und aus dem Bewusstsein verdrängt. Wir beachten fast ausschließlich die sprachliche Kommunikation und sind deshalb nicht offen für die Signale und Äußerungen der Hunde.



Sozial lebende Beutegreifer haben vier angeborene Instinkte, die unveränderlich in ihnen festgelegt sind und sowohl Hunden, Wölfen, Kojoten, Schakalen als auch Löwen erst ein Überleben in ihrem angestammten Lebensumfeld, in der Natur, ermöglichen:



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Der Jagdinstinkt ist notwendig um die Familie, das Rudel zu ernähren! Heute erscheint ein Hund, der jagt animalisch, beängstigt uns und passt nicht in das Bild der modernen Zivilisation.



Der soziale Rudelinstinkt ist die Voraussetzung dafür, dass die Tiere in einer funktionierenden Gruppe zusammen leben, jagen und Junge großziehen können und dient mittels differenzierter Kommunikation der Vermeidung von Aggression. Ein Hund, der diesen Instinkt nicht hat könnte nicht in einem Rudel, seiner Familie leben! Der soziale Rudelinstinkt bezieht sich ausschließlich auf die eigene Familie. Daher sollte ein Hund so früh wie möglich lernen, dass auch andere Menschen und Hunde "Freunde" sind.



Der Territorialinstinkt ist auch uns Menschen nicht fremd: Wir umzäunen unseren Garten, damit unsere Kinder nicht in Gefahr geraten oder jemand die Fahrräder aus dem Schuppen stiehlt. Sozial lebende Beutegreifer brauchen in der Natur ein Territorium in dem sie ungestört jagen und ihre Jungen groß ziehen können. Hunde sollten in der Stadt von Beginn an lernen, dass es neutrale Gelände gibt in denen auch andere Hunde, Menschen, Autos und Fahrräder verkehren, dass Besuch in der eigenen Wohnung meistens willkommen ist und das der Garten nicht gegen Passanten verteidigt werden muss.



Der Sexualinstinkt garantiert den Fortbestand der Gruppe, ist jedoch bei rangniederen Tieren stark gehemmt, da sich in einem Familien-Rudel nur die ranghöchsten (gesündesten, erfahrensten und klügsten) Tiere vermehren. Ein natürliches Sexualverhalten ist für Hunde in der Stadt nicht möglich.



STADT-MENSCH-HUND will die Unterschiede zwischen der menschlichen Wahrnehmung und Einschätzung und der des Hundes erklären, die soziale und funktionale Beziehung von Mensch und Hund aufzeigen und für mehr Verständnis für die artgerechte Hundehaltung und Erziehung eintreten, um so ein harmonischeres Miteinander von Mensch und Hund im Team möglich zu machen.